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Delphi-Grundlagen

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3.4 Projektverwaltung unter Delphi

Sehen wir uns doch einmal mit einem Dateimanager an, was in dem neuen Ordner "Projekt1" inzwischen passiert ist. (siehe Kapitel "Sprung ins kalte Wasser") Erstaunlicherweise sind dort nicht nur die beiden Dateien, deren Namen wir beim Speichern des Projekts akzeptiert haben, sondern noch weitere, alle sind wichtig. Das ist auch der Grund dafür, dass ich dringend empfehle, für jedes Projekt einen eigenen Ordner anzulegen, damit nicht aus Versehen durch ein späteres Projekt Dateien eines früheren überschrieben werden und es unbrauchbar machen oder beim Kopieren für einen Transport des Projekts nicht alle nötigen Dateien erfasst werden.

Also: Jedes Projekt braucht einen eigenen Ordner, sonst gibt es Chaos, Wirrwarr und Frust.

Das Hauptprogramm des Projekts ist in einer Datei mit der Erweiterung ".dpr" (Delphi Projekt) gespeichert. Diese Datei ist das Kernstück des Projekts, sie muss beim Laden eines Projekts ausgewählt werden. Den Datei-Vornamen hätten wir beim "Speichern unter..." als zweites selbst bestimmen können. Zieldateien (*.exe oder *.dll) erhalten den gleichen (Vor-)Namen wie diese Datei. Das ist also der wichtigere der beiden zu vergebenden Namen.

Also: Nicht schon bei der ersten, der *.pas-Datei, den anschaulichsten Namen vergeuden!

Jedes Formular (mit seinen Bildern und Komponenten), das zum Projekt gehört, wird in einer eigenen Datei gespeichert. Diese Dateien haben die Endung ".dfm" (Delphi Form Module).

Zu jedem Formular gibt es eine gleichnamige "Unit" mit dem Quelltext. Formulare können nicht ohne Unit existieren - Units aber ohne Formular. Eine Unit wird mit der Erweiterung ".pas" (Object Pascal) gespeichert. Auch ihren Vornamen kann man beim "Speichern unter..."selbst festlegen, und zwar als erstes. Die dazu gehörende Formulardatei erhält dann den selben Vornamen. Der (Vor-)Name dieser Dateien kann nicht der selbe sein wie der der Projektdatei.

In einer Binär-Datei mit der Erweiterung ".res" werden die für das Projekt verwendeten äußeren Ressourcen verwaltet, darunter auch das Programm-Icon.

Während der Kompilierung wird automatisch aus jeder .pas-Datei und der zugehörigen .dfm-Datei eine entsprechende .dcu-Datei erzeugt, die alle Eigenschaften und Methoden eines Formulars im Binärcode enthält.

Zusätzlich ist noch beim Kompilieren eine Exe-Datei entstanden. Diese Exe-Datei hat etwa 300 KByte, obwohl die Größe der anderen Dateien zusammen nicht der Rede wert ist. Aber das gibt mir die Sicherheit, dass alles da ist, was das Programm zu seiner Ausführung braucht. (Bei Visual-Basic war ich nie sicher, ob der PC, auf dem das Programm laufen sollte, auch wirklich alle DLL-Dateien und anderes hatte, die das Programm brauchte.)

Arbeitet man weiter an dem Projekt, so werden automatisch Backup-Dateien mit den ursprünglichen Fassungen einiger Dateien angelegt. Deren Dateierweiterung beginnt mit einer Tilde ( z. B. *.~pas oder *.~dpr).


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