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Einführung in Delphi

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2.2 Algorithmen und Programme

Schnell ist mit Delphi eine Windows-Anwendung zusammengeklickt - aber für richtige Programme muss man doch das Programmieren mit Objekt-Pascal lernen. Dazu gehören in erster Linie die Syntax, die Erstellung von Algorithmen und das Umwandeln von Algorithmen in Programme.

Die wichtigsten Syntaxregeln sind:

  • Groß- bzw. Kleinschreibung spielt bei der Windows-Version von Delphi keine Rolle (bei Kylix für Linux allerdings doch). Deshalb kann man zweckmäßigerweise Großbuchstaben innerhalb von Variablen- oder Funktionsnamen zur Veranschaulichung benutzen. (z. B. IntToStr(i))
  • Leerräume und neue Zeilen (White-Spaces) werden ignoriert.
  • Das Semikolon trennt in Pascal zwei Anweisungen. An das Ende eines Befehls gehört immer ein Semikolon.
  • Kommentare im Programmcode stehen zwischen geschweiften Klammern { Kommentar } bzw. zwischen der Kombination aus runder Klammer und Sternchen (* Kommentar *). Sie werden vom Delphi-Compiler ignoriert und dienen der Übersichtlichkeit des Quellcodes. Kommentare können auch über mehrere Zeilen gehen.
  • Wenn man am Ende einer Programmzeile // schreibt, wird der restliche Teil zum Kommentar, also auskommentiert.

Genauere Syntaxregeln werden im Kapitel 4.2 erklärt.

Ein Algorithmus ist eine Verarbeitungsvorschrift, die aus einer endlichen Folge von eindeutig ausführbaren Anweisungen besteht, mit der man eine Vielzahl gleichartiger Aufgaben lösen kann.

Die wissenschaftliche Definition des Algorithmus ist:
Ein Algorithmus ist ein in endlicher Weise beschreibbares determiniertes Verfahren zur Lösung einer Klasse von Problemen. Ein Algorithmus transformiert Eingabegrößen in endlich vielen Schritten in Ausgabegrößen.
Endlichkeit
Ein Algorithmus besteht aus endlich vielen Anweisungen von jeweils endlicher Länge.


Eindeutigkeit
Die Reihenfolge der Abarbeitung der Anweisungen unterliegt nicht der Willkür des Ausführenden. Bei gleichen Bedingungen und gleichen Eingangsgrößen muss man stets zu gleichen Ergebnissen kommen.


Ausführbarkeit
Jede Anweisung muss vom Ausführenden verstanden werden und ausgeführt werden können, d.h. ein Algorithmus ist nur für den Ausführenden ein Algorithmus, der ihn versteht und ausführen kann.


Allgemeingültigkeit
Ein Algorithmus muss auf alle Aufgaben gleichen Typs anwendbar sein. Lösbarkeit oder Nichtlösbarkeit jeder Aufgabe müssen eindeutig sein.

Ein Algorithmus gibt an, wie Eingabegrößen in Ausgabegrößen umgewandelt werden.

Als Programm bezeichnet man einen Algorithmus, der in einer dem Computer verständlichen Sprache formuliert ist und von diesem ausgeführt werden kann.

Der älteste Algorithmus, der nicht trivial ist, ist der Euklidische Algorithmus aus dem Jahre 300 v.u.Z. zur Bestimmung des größten gemeinsamen Teilers. Er ist schneller als ein Verfahren mit Primfaktorenzerlegung und er funktioniert nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Polynomen und euklidischen Ringen.


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